Unser Trabant, der Mond

Die visuelle Mondbeobachtung.

Immer wieder ist ein Blick durch das Teleskop, welches auf den Mond gerichtet ist, faszinierend. Auch für den geübten Sternfreund ist der Mond immer wieder eine Herausforderung. Wenn die meteorologischen Verhältnisse passen, ist es ein wahrer Genuss, am Terminator spazierenzusehen. Man achte auf eine ruhige Luft, auch in höheren Lagen der Atmosphäre. Diese Höhenwinde nimmt man auf der Erdoberfläche nicht wahr, sind aber für die Beobachtung des Mondes nicht gut. Wenn es auf der Mondoberfläche blubbert, ist es besser auf einen windstilleren Tag zu warten.

Dabei brauch man gar keine rieseigen Teleskope. Es reichen schon kleine Geräte wie etwas ein Fernglas oder ein Spektiv um Details auf der Oberfläche des Mondes zu erkennen. Richtig interessant wird es wenn man dann mit einer Mondkarte am Teleskop die Krater und Rillen bestimmt. Feinere Details werden dann ab einer Fernrohröffnung von etwa 100mm erkennbar. Obwohl man mit einer einfachen Kamera schon sehr gute Bilder vom Mond machen kann, fertigen viele Amateurastronomen Zeichnungen von bestimmten Regionen des Mondes an. Das Ergebnis hängt natürlich von der Begabung des Zeichnens ab, aber man kann es durch etwas Übung durchwegs verbessern. Ist die Zeichnung doch nicht so gelungen, ist das auch nicht schlimm. Das Beobachten der Mondregion schärft das Sehen und ist somit eine ausgezeichnete Übung am Teleskop zu beobachten.

Mondfotografie

Sonnenfotografie ist es auch bei der Mondfotografie sehr wichtig, ein ausgezeichnetes Beobachtungswetter, bzw. Beobachtungsbedingungen vorzufinden. Gutes klares Wetter ist noch keine Garantie für brauchbare Aufnahmen. Sehr hoch zu bewerten sind auch die Luftunruhe, etwaige Luftfeuchtigkeit sowie die Lichtverschmutzung von umliegenden Lichtquellen. Wirklich gute Nächte zum Fotografieren sind eher selten. Wie stelle ich nun fest ob es sich lohnt zu fotografieren oder nicht?
Das Gerät sollte 45 Min. vor dem Beginn der Beobachtung aufgestellt werden. Es kann nun von Zeit zu Zeit im visuellen geschaut werden ob die Sicht auf die Details gut ist. Sind bei starker Vergrößerung viele Details zu sehen, ist die Oszillation des Bildes im Okular gering, so kann mit der Vorbereitung der Fotografie begonnen werden. Ist die Sicht hingegen verschwommen, nicht besonders scharf oder Details sind kaum oder nur sehr schlecht zu sehen, ist es besser, Sie packen alles wieder zusammen und schlafen sich aus.

Fotografie mit der Spiegelreflexkamera analog und digital

Schon mit recht einfachen Mitteln lassen sich ansprechende Mondbilder gestalten. Die Fotografien 3 bis 6, die in Bildergalerie zu sehen sind, sind am 24. Jänner 1999 entstanden. Das Aufnahmeverfahren, welches ich dabei angewandt habe, ist einfach. Ohne Adaptoren und Verbindungsteile setzte ich eine Yashica FX3 Super samt Objektiv hinter das 6 mm Okular (ergibt zirka 100 Vergrößerungen) und stellte am Mondrand scharf, wählte die passende Belichtungszeit aus und knipste ab. Die Technik ist in der Grafik schematisch dargestellt. Nun mussten die Bilder noch in den Computer. Mein Bruder war so nett und hat mir die ersten Bilder mit einem Handscanner eingelesen. Als Filmmaterial diente ein 200 ISO Farbfilm. (1999) zu den Bildern

Digital:

Auch auf dem digitalen Sektor hat sich in den letzten Jahren einiges bewegt. Digitale Spiegelreflexkameras sind auch für den Amateur erschwinglich geworden und können mit einem T2 Ring, der für alle gängigen Spiegelreflexkameras im Fachhandel zu bekommen ist, an das Teleskop befestigen. Ein Adapter ist auch von Nöten.

Webcam:

Bei den Aufnahmen mit der Webcam habe ich ebenfalls nur die Webcam hinter das Okular gehalten und gefilmt. Aus dem QuickTime Film habe ich am Ende die besten Bilder heraus gepickt und etwas nach bearbeitet. Bei den ersten Bildern die ich mit der Webcam machte, versuchte ich noch Einzelbilder auszusuchen und zu bearbeiten. Mit dieser Methode hat man aber nicht so tolle Ergebnisse. Der Grund dafür ist einfach. Im Filmmodus bei 15 Bildern pro Sekunde ist die Chance ein gutes Bild zu bekommen einfach besser. Denn Luftunruhe und andere Störungsfaktoren kann man nicht gut verhindern und die Fotografie wird oft zum Lotteriespiel (März 2001) . zu den Bildern

Fotografie mit der kompakten Digitalkamera im afokalen Fokus

Wesentlich einfacher gestaltet sich das fotografieren mit einer Digitalkamera im Afokalmodus (= Teleskop+Okular + Kamera mit Optik). Zusätzlich zur Vergrößerung des Teleskops bietet sich der optische Zoom der Kamera an eine günstige Vergrößerung für die Belichtung zu suchen. Der Serienbildmodus ist zusätzlich ein tolles Werkzeug, welches, je nach Kameratyp einige Bilder pro Sekunde aufnehmen kann. Ein weiterer Vorteil dieser Kameras ist, dass die Bildauflösung viel höher ist als bei Webcams (Webcam ca. 640 x 480 Bildpunkte, Digitalkamera bei 2 Megapixeln 1600 x 1200 Bildpunkten). Meistens haben Digitale Kameras CCD-Cips eingebaut. Diese sind den sparsameren CMOS Cips auf jeden Fall vorzuziehen, da die Bildgüte bei schlechtem Licht besser ist (Frühjahr 2003).

Bildbearbeitung

Auswertung und Nachbearbeitung der Bilder: Die Auswertung der Bilder ist in der Regel genauso Aufwändig wie das Aufnehmen selbst. Die Bilderflut sollte daher sofort aussortiert werden. Gute Bilder in einem eigenen Ordner gesichert werden um ein späteres Auffinden zu erleichtern. In nicht farbreinen Refraktoren zeigen sich häufig Farbsäume die das Bild unschärfer machen. Die Farbverschiebung auf langbrennweitigen Fotografien können verbessert werden, indem die drei Farbkanäle RGB aufgespalten und in der richtigen Position überlagert werden. Das funktioniert in Photoshop und auch in anderen Bildbearbeitungsprogrammen, welche mit Ebenen arbeiten. Die Kontrastverbesserung wird beim zusammenfügen der drei Kanäle gut sichtbar. Ich erledige das in ColorIt, da mir Photoshop nicht zur Verfügung steht. Digitale Bilder sind in der Regel nie so gestochen Scharf wie analoge Aufnahmen. Gerade beim Mond lassen sich mit Schärfefiltern wie z. B. „Unscharf maskieren“ Verbesserungen in der Schärfe und im Kontrast erzielen. Sehr gute Ergebnisse habe ich mit meinen eigenen Filtern erreicht. In Color It! von Microfrontier (Apple Macintosh) hab ich einige Filter definiert. Das Ergebnis ist nicht schlecht jedoch ist nicht selten mit ungewünschten Nebeneffekten zu rechnen.

Auch andere Bildbearbeitungssoftware wie z. B. Adobe Photoshop Elements lassen das eingeben eigener Werte zu. Die Befehle „Kontrast bzw. Helligkeit“ bringen kaum eine Verbesserung des Bildes, bessere Ergebnisse bringt eine Veränderung des Tonwertes. Viel Spaß beim ausprobieren

(Juni 2004).

weitere Erkenntnisse zu meinen Arbeiten bei der Sonnenbeobachtung sowie Planetenbeobachtung finden Sie hier .

Fotografische Mondkarten

In diesem Bereich der Seite finden Sie beschriftete Bilder. Es macht Spaß auf sich einigermaßen gelungenen Aufnahmen umzusehen und die Formationen zu bestimmen. Schon nach kurzer Zeit, dieser Tätigkeit ist die Mondoberfläche nicht mehr so fremd, man findet sich besser zurecht, als beim einfachen durchstudieren einer Mondkarte. Die Wüstenlandschaft erscheint greifbar nahe, man lernt so die Fremde Welt mehr und mehr kennen, die sonst unbekannten Landstriche werden vertrauter, man ist kein Fremder mehr auf dem Mond. Mein Tipp; unbedingt probieren

Markante Gebirgszüge, Täler, Meere und vor allem Krater sind gekennzeichnet. Verwendetes Kartenmaterial zur Bestimmung der Mondformationen: Hallwag Karte, Der Mond. .

(Juni 2004)

 

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