Astronomisches Beobachten mit dem Fernglas

Fujinon 16x70
Fujinon 16×70  FMT-SX- auf Manfrotto Stativ 055DB mit Manfrotto Kugelkopf

Für das schnelle Beobachten ist ein Fernglas das ideale Gerät. In zwei Minuten aufgestellt, kann man sofort zum Beobachten übergehen. Das Sehen mit beiden Augen ist natürlicher und weniger anstrengend, weshalb auch Profis unter den Beobachtern gern zu einem Fernglas mit größerer Öffnung greifen. Aufsuchen von schwachen Objekten, wie offene Sternhaufen, Nebel und Kometen sind die Domäne des Fernglases. Die großen Gesichtsfelder machen dies möglich. Aber auch größere Galaxien lassen sich beobachten. Die Andromeda und die Triangulum Galaxie sind zwei prächtige Beispiele.  Die Milchstrae offenbart eine Fülle an beindruckenden Himmelsregionen.  Rund um die Region des galaktischen Zentrums, im Sternbild Schützen kann man mit dem Fernglas quer durch die Milchstraße bis zum Zenit und dan weiter Richtung Osten spazieren und begegnet dabei einer Fülle von interessanten Objekten, wie dem Lagunennebel, dem Trifidnebel, dem Omeganebel und einer vielzahl an Sternhaufen.

Sternenfled
Sternfeldaufnahme mit Nikon D50, im Vordergrund das Fujinon Fernglas, am oberen Bildrand die Andromedagalaxie.

 

DSC_6645
Beobachtung des Kometen Panstarrs mit einem Feldstecher

Ein höhenverstellbares, stabiles Fotostativ mit ausreichender Einblickshöhe verbessert den Beobachtungskomfort enorm. Wackelige Stative verderben des Spaß schon nach kurzeer Zeit. Freihändiges Sehen ist nur für kurze Zeit möglich, wird sehr bald anstrengend für die Arme.

Ein Ereignis für den ich ein Fernglas sofort wieder zur Hand nehmen werde ist eine Mondfinsternis. Die Mondfinsternis vom 3. März 2007 ist mir noch rege in Erinnerung. Der kupferrote Mond schwebte in einem dreidimensionalen Raum und die Umrisse des Mondes waren so plastisch, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte.

Das Aufsuchen von Kometen ist ebenfalls eine interessante Aufgabe.  Gerne erinnere ich mich an den Kometen C/2011 L4 (PANSTARRS), welcher am 23. März 2013 schon sehr früh am Abend eine nur kleine Höhe zum Horizont hatte. Sehr schön war der Kopf des Kometen zu erkennen. Den Beobachtungsbericht können Sie hier nachlesen.

Fujinon 16×70 umgerüstet für die Sonnenbeobchtung mit Sonnenfilter

 

Bei der Sonnenbeobachtung zeigt ein Fernglas auch kleine Sonnenflecken. Die Filter bestehen aus einer ICS Sonnenfilterfolie die in einem Rahmen aus Pappkarton eingeklebt wurden und in den Gummikappen eingelegt sind. Siehe Bild

(Achtung: Sehen Sie bitte nie ohne geeignete Filter in die Sonne).

Jeder Beobachter wird sich überlegen wie viel Gewicht er tragen kann oder will. Wenn es darum geht eine Beobachtungsreihe an mehreren Tagen z. B. Kometen, von einem Beobachtungsplatz aus durchzuführen, der einen Transport der Ausrüstung erfordert, ist es komfortabel wenn die gesamte Ausrüstung in einmal transportiert werden kann. Im Bild unten sehen Sie die komplette Ausstattung, wie ich sie verwende. Das Manfrotto 055DB Stativ mit ausziehbarer Mittelsäule, Kugelkopf Manfrotto 488, 2 Feldstecher, Beobachtungstagebuch, Sternkarten, Stirnlampe, fertig. Ein Mobiltelefon leistet mir gute Dienste als Diktiergerät. Gesprochene Aufzeichnungen notiere ich zu einem späteren Zeitpunkt, gemütlich am Schreibtisch ins Beobachtungstagebuch. Korrekturen und Kontrolle des erarbeiteten Materials erfolgt meist noch am selben Abend.

Kleinere Geräte wie in diesem Beispiel der 7×42 Habicht, gibt auch bei Naturbeobachtungen Farben wider, wie ich sie bis jetzt in keinem anderen Gerät gesehen habe. Die siebenfache Vergrößerung lässt auch noch ein freihändiges Beobachten zu. Dabei entstand die Zeichnung, die in der Galerie Kometen veröffentlicht ist. Kleine Geräte werden oft unterschätzt und so mancher Besitzer denkt gar nicht daran sein Fernglas am Sternenhimmel einzusetzen. Wahr ist aber, dass die meisten Leute nicht wissen wo sie am Sternenhimmel zu suchen beginnen sollen. Wenn ich ehrlich sein soll, verzichte ich auch nicht auf eine Sternkarte. Es ist komfortabler sich kurz vor dem Beobachten das gewünschte Objekt auf der Karte zu suchen und sich eine geometrische Figur einzuprägen, die man dann am Himmel wieder finden kann. Mit den großen Gesichtsfeldern von Ferngläsern ist es dann recht einfach die betroffene Region am Himmel abzusuchen, wobei man systematisch den Himmel Grad für Grad durchmustert. Nach einiger Übung führt diese Methode sehr bald zum Erfolg.

Fazit: Ferngläser sind durchaus geeignet für nächtliche Himmelsbeobachtung. Das Gewicht, große Gesichtsfelder, die Lichtstärke sowie die Transportierbarkeit machen das Fernglas zu einem vielseitigem Instrument bei der nächtlichen Himmelsbeobachtung. Offene Sternhaufen, Gasnebel und Galaxien sind sehr lohnende Ausflugsziele für den Beobachter mit Fernglas. Großflächige Objekte sind wegen der geringen Vergrößerung und dem großen Gesichtsfeld, die Domäne der Ferngläser. Sogar Planeten können beobachtet werden. Bei Jupiter sind die vier galileischen Monde sehr gut zu erkennen.  Am Mond können bei 16 Vergrößerungen Details an Kratern und den Meeren gesehen werden.

Das Equipment

Einsatzbereit: Fujinon 16×70, Swarovski 7×42 & Manfrotto Stativ

Fujinon FMT-SX 16×70,

  • Augenabstand: 12,4 mm,
  • Augenmuschel umstülpbar für Brillenträger,
  • Blickwinkel 4°,
  • Austrittspupille 4,4 mm,
  • Gewicht 2,17 kg.

Habicht Swarovski 7×42 – technische Daten

  • Öffnung: 42 mm
  • Vergrößerung: 7 x
  • Austrittspupille: 6 mm
  • Gesichtsfeld in Grad: 6,4°

Stativ Manfrotto 055DB  – technische Daten

  • Tragkraft: 6 Kg
  • Gesamtlänge (ausgezogen 178 cm
  • Gewicht: 2.3 kg

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