Ein Beobachtungsbericht vom 3. August 2015

 

Das Mare Humorum mit dem Krater Gassendi
Das Mare Humorum mit dem Krater Gassendi

Ein klarer Abend war der Vorbote für eine gute Beobachtungsnacht. Der Fokus war an diesem Abend auf den Mond gerichtet, welcher bereits abnehmend war und zwar die fünfte Nacht nach Vollmond. Bis zum Aufgang des Mondes wollte ich die Zeit nutzen. Saturn bot sich zwischenzeitlich an.  Zur Zeit sind die Ringe sehr schön zu uns Beobachtern auf der Erde geneigt. Etwas Wind war doch störend, zumal sich immer wieder leichte Vibrationen auf die Montierung übertrugen. Bei Windstille war dann auch die Cassini-Teilung deutlich zu erkennen. Saturn erreichte keine große Höhe über dem Horizont. Verwendete Vergrößerungen: 40-fach im 32mm Meade Super Wide Angle, Mit dem Vario-Okular Swarovski 55 – 165 fach und im 6 mm Vixen-AV bei 211 fach. Ein interessantes Objekt in dieser Jahreszeit ist auch das südlichste der 110 Messier Objekte M 7. Bei 40-facher Vergrößerung ein schöner offener Sternhaufen. Im Sagittarius fuhr ich mit dem Teleskop durch die Milchstraße spazieren, bis ich zu M 17, dem Omeganebel oder Schwanennebel traf. Auf Anhieb kann man die längliche Form des Nebels erkennen, der aussieht wie eine umgedrehte 1. Der Schwenk ging nun weiter in Richtung Lyra, da wollte ich den Doppelstern Epsylon Lyrae, welcher eigentlich ein Vierfachsystem ist,  näher beobachten. Tatsächlich waren die beiden Komponenten bei 211-facher Vergrößerung perfekt getrennt. Deutlicher war es bei den beiden Sternen ɛ 2, welche nahezu zwei gleich helle Sterne des selben Spektraltyps darstellen. Nun war es so weit. Der Mondhalo war nun im Bereich des Horizonts nicht mehr zu übersehen. Bald lugte schon der Nordpol über die Wiesen. Das Teleskop war auch schon bald ausgerichtet und erste Eindrücke der Mondoberfläche konnten gesammelt werden. Bald stand fest: es herrschten gute Sichtbedingungen vor. Erste Beobachtungen wurden bei kleinen Vergrößerungen gewonnen, stufenweise wurde die Vergrößerung mit dem Vario-Okular nach oben geschraubt. Der Graufilter half das starke Mondlicht etwas zu dämpfen. Im 6 mm Okular bei 211 Vergrößerungen war dies nicht mehr notwendig, da die Helligkeit abnahm. Am Terminator dominierten das Trio Theophilus, Cyrillus und Catharina am Rande des Nektarmeeres. Auch Piccolomini war auffallend gut beleuchtet. Nördlich davon waren insgesamt 9 kleinere Krater zu sehen, die an einen Pfotenabdruck erinnern. Nach einer kurzen Pause sollte zum  Abschluss noch der Ringnebel ins Visier und dann war der Abend auch schon abgeschlossen. Immer wieder gibt es auf dem Mond neue Eindrücke. In der Zeit nach Vollmond werden die Formationen von der anderen Seite beleuchtet, was die Mondlandschaften in einem neuem Licht erstrahlen lassen. Nur schade, dass er bei diesen Bedingungen spät aufgeht.

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