Stonehenge in Südtirol?

Astronomie kommt immer wieder mit anderen Forschungsbereichen in Berührung. Wie der folgende Artikel zeigt kann das auch mit der Archäologie passieren.

Die Amateurastronomen Max Valier luden im Oktober 2009 zu einer Exkursion um den Wolfsgrubner See.  Die von Dietmar Bernardi geleitete Wanderung führte uns an mystische  Plätze, die schon sehr früh nachweislich besiedelt waren. Der für mich interessanteste Bereich war bei dieser Wanderung das Wallnereck in dessen unmittelbarer Nähe sich eine Wallburg befand. Bei der Wallburg wurde bei Grabungen eine Fibel gedunden, welche eine auf vorchristliche Besiedelung dieser Region deuten lässt. Mit großer Sicherheit wurde von den Rätern unter anderem auch Ackerbau betrieben.  Im ca. 30 km entfernten Leifers  (Reif) wurden bei aufwändigen Grabungen  interessante Funde gemacht. Die Fundamente eines Räterhauses kamen bei Grabungen zum Vorschein. Unter anderem wurden zahlreiche unterschiedliche Getreidesorten im Bereich des Wohnhauses gefunden. Aus diesem Fund kann durchaus geschlossen werden, dass auch Bewohner des höher gelegenen Hochplatteaus, dem Ritten, Getreide anbauten. Doch zurück zum Wallnereck.  Für das Überleben der Menschen war und ist auch heute noch der Kalender ein wichtiges Instrument zur Bestimmung des richtigen Momentes, zur Aussaht von Kulturpflanzen. Für die Gemeinschaften der damaligen Zeit war dieser Moment für die ganze Sippe sogar überlebenswichtig.

Ein wichtiger Moment war also die Bestimmung des Frühlingsbeginns.

Auf dem Rittner Hochplateau hat man für eine Kalenderfunktion einen wirklich tollen Horizont. Felsspitzen und Zacken Spalten und markante Gebirgsrücken, können nach einigen Jahren Beobachtung präzise für die Bestimmung von Jahreszeiten, ja sogar von Tagen herangezogen werden. Denn nur an bestimmten Tagen geht die Sonne auch tatsächlich an bestimmten Felsformationen auf, vorausgesetzt, man befindet sich immer auf dem selben Beobachtungsort.  Das Bild zeigt den Sonnenaufgang vom Wallnereck aus gesehen am 23. März 2010. Am 16. September zieht die Sonne dann am selben Punkt  vorüber und läutet so den Herbstbeginn ein. Funktioniert immer! Ob dieser Kalender wirklich so verwendet wurde ist nicht belegt. Es wird auch in Zukunft ein Rätsel bleiben.

 

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