Irisierende Wolken

irisierende Wolken am 29. Oktober 2017 – Nikon D5500, 50mm 

Über mehrere Minuten waren die irisierenden Wolken am sonntaglichen Abendhimmel zu sehen. Komisch, mit korrekter der Belichtung erschienen die Wolken nicht auf Anhieb bunt, sondern waren weiß auf dem Kamerabildschirm zu sehen. Erst beim Nachbearbeiten gelang es die Farben etwas besser zur Geltung zu bringen. Die Korrektur des Bildes wurde dem reellen Eindruck nachempfunden. Die Sättigung der Farben wurde nicht korrigiert.

Später kam dann ein grandioses Farbenspiel in der Abenddämmerung hinzu. Was für ein Abend.

 

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Herbstlicher Beobachtungsabend am Samstag den 14. Oktober 2017

 

 

Schon seit einigen Tagen kündigten die Meteorologen trockenes, warmes und vor allem klares Wetter mit guter Fernsicht an.  Wenn das nicht gut klingt. Ein Grund das Teleskop schon am späteren Nachmittag in Position zu bringen und auf die sich ankündigende Nacht zu warten. Kurz nach Sonnenuntergang wartete ich auf die ersten sichtbaren Sterne. Wega, die sich gerade in Zenitnähe aufhielt, war als erster Stern am noch deutlich aufgehellten Abendhimmel zu erkennen. Der Himmel wurde immer dunkler,  der große Wagen zeigte nach und nach seine markanten Sterne. In der Zwischenzeit war die Montierung grob in Richtung Norden ausgelegt. Mit Zuhilfenahme eines Kompasses gelang das Ausrichten so genau, dass beim einstellen des Polarsterns im Polsucher, der Stern schon im Gesichtsfeld des Suchers war. Kurze Nachjustierung und es konnte los gehen. Als nun die Dunkelheit hereinbrach war mir sofort klar, dass noch Objekte im Sternbild Sagittarius möglich waren. Auch wenn die Objekte langsam am Süd- Westhimmel am Horizont unter gehen würden, war es auf jeden Falle einen Versuch wert das Teleskop in diese Richtung zu schwenken. Der Omeganebel und der Adlernebel waren auf anhieb im 100/600 Refraktor bei etwa 18 Vergrößerungen und einem Gesichtsfeld von 3,5 ° zu sehen. Durch Einsatz des Nebelfilters konnte ich noch einiges an Details in den Wasserstoffregionen herausholen, da der Himmel durch den UHC-Filter doch deutlich abgedunkelt wurde. Noch deutlicher war der Unterschied am Adlernebel zu sehen. Von hier spazierte ich die Milchstraße empor, bis ich im Sternbild Pfeil den Hantelnebel erreichte. Diesen beobachtete ich ohne, als auch mit UHC Filter und er war mit, als auch ohne, eine Augenweide. Von hier ausgehend machte ich noch einen Abstecher zum offenen Sternhaufen Messier 71, direkt im Sternbild Pfeil. Von hier einen Hobser zum Ringnebel in der Leier. Erstaunlich klein war der Ring bei 18facher Vergrößerung zu sehen. Abhilfe verschaffte eine kürzere Brennweite des Okulars, die 60fach vergrößerte.  Später schwenkte ich noch kurz zum famosen „Epsilon Lyrae“, dem Vierfachsystem in der Leier. Komisch in allen Büchern konnte ich nachlsesen, dass alle Sterne leicht zu trennen seien. Bei einer Komponente hatte ich aber doch so meine Schwierigkeit, vielleicht aus deswegen, weil die 30fache Vergrößerung doch etwas niedrig gewählt war. Kurz noch über den blauen und orangen Albireo im Schwan. Dann weiter bis zur Andromedagalaxie, Messier 31 dann zur Dreiecksgalaxie, Messier 33, wow so viele Details in den beiden Galaxien. Sehr schön.  In der näheren Umgebung, unweit des Sterns 56 Andromedae präsentierte sich der lockere offene Sternhaufen NGC 752 (auch Caldwell 28). Interessant ist ein oranges Sternpaar das sich etwas außerhalb des Sternhaufens beobachten lässt. Während ich mir die Zeit nahm noch einige Details zu erkennen zog es mich in Gedanken schon weiter, in Richtung Perseus.  Der Hauptstern Mirfak, in diversen Karten auch als Algenib bezeichnet, war eindeutig als der Hauptstern des Sternbildes auszumachen. Zusammen mit Algol, dem zweithellsten Stern des Sternbildes war der vollständige Perseus bald gefunden. Interessant sind einige Sonnen die wie Perlen an einer Schnur hängen scheinen und sich im Raum verteilen. Man möchte meinen, dass man diese Verteilung der Sterne tatsächlich räumlich sehen kann. Genial. Am besten gelang die Beobachtung im weiten Feld bei etwas 3,5° Gesichtsfeld. Diese Gruppierung ist als Melotte 20 oder Collinder 39 auf den Sternkarten zu finden. Einen Blick noch auf den Doppelsternhaufen h und chi Persei, um die nadelfeinen Sterne im Zentrum der beiden Haufen zu beobachten. Grandios.

Natürlich wäre noch einiges mehr zu beobachten gewesen, doch irgenwann muss der Mensch auch schlafen gehen 🙂

Radioteleskop in Medicina

Ein Herbstausflug? Nach Medicina in die Emiglia Romagna? Kling verlockend, denn in Medicina, etwa 30 km von Bologna entfernt, steht eines von drei großen Radioteleskopen in Italien. Eine Gruppe von interessierten Vereinsmitgliedern fuhren gemeinsam zum Radioteleskop „stazione radioastronomica di medicina. Im Besucherzentrum wurde uns eine Einführung in die Radioastronomie gemacht, was uns Amateurastronomen die vor allem mit Teleskopen im visuellen Wellenlängenbereich beobachten,  nicht schaden konnte. Nach einem Kurzen 3D Film über die Arbeit in der Forschungsstation durften wir noch den Ausstellungsraum besuchen. Dort waren jede Menge ausgemusterte Geräte, die vor dem Einsatz von Computern verwendet wurden. Da waren unter Anderem, Glasplatten vom Mont Palomar, Ein Koordinatenmesstisch, alte Plotter, und vieles mehr. Anschließend begaben wir uns auf das Gelände um die Parabolantenne mit 32 m Durchmesser aus der Nähe zu besichtigen zu können.  Die Anlage wird vom INAF Istituto Nazionale di Astrofisica, betrieben. Auf dem Gelände, welches inmitten von Feldern, mitten in der Poebene befindet, stehen die zwei Radioteleskope. Der bereits erwähnte Parabolspiegel und la grande „Croce del Nord“, welches  in 2 Richtungen ausgelegt ist, in Ost- Westrichtung mit 564 m Länge, Nord- Südrichtung 640 m Länge.

Infos auf Wikipedia zum Radioteleskop.

Das Sammelvermögen der  Antenne“grande croce del nord“  entspricht  einer Fläche 30 000 m². Sie arbeitet in einem  Frequenzbereich von 408 MHz.

 

 

Kleine Helferlein für den Astrofotografen

Fleißig knipst der Astrofotograf über Stunden im Freien unter dem Sternenzelt. Ist die Arbeit im Feld erledigt, so geht es ins „digitale Fotolabor“, wo die Bilder zunächst auf dem Monitor in ihrer vollen Größe retuschiert und betrachtet werden können.

Aber…“in welcher Region sind die letzten Bilder gemacht worden? War es Adler oder doch im Sternbild Schwan, oder keines von Beiden“? Nicht immer sind die fotografierten Regionen wieder zu erkennen, vor allem dann nicht, wenn keine Notizen gemacht wurden. Sind keine markanten Referenz-Objekte auf dem Foto zu sehen sind, ist das Zuordnen des Himmelsausschnitts oft mit den besten Sternkarten nicht machbar. Helfen kann die Internetadresse nova.astrometry.net/ . Sobald das Bild auf dem Server hochgeladen ist,  werden vom Rechner die hellsten Sterne der Sternbilder ermittelt und im Foto eingezeichnet. Zudem werden Informationen über Rektaszension und Deklination angezeigt. Eine kleine Himmelskarte zeigt noch an, in welcher Region man sich befindet.

Die Seite hält einige Funktionen für den Benutzer bereit. Mit einem Klick auf den Link „view in Word Wide Telescope“ wird das Bild in die Online Sternkarte eingebettet. Zudem gibt es eine Möglichkeit das Bild Format Fits zu speichern. Die Informationen werden im Header der Datei gespeichert. Beachten Sie die Angaben zur Lizenz.

Einfach genial.

 

Aufnahme zwischen den Sternbildern Einhorn, Zwillinge, Orion und Stier. Keine leichte Aufgabe die Sterne den dazugehörigen Sternbildern zuzuordnen.

Sonnenstrahlen nach Sonnenuntergang, aber wie geht das?

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Strahlenbüschel, fotografiert mit Nikon D5500, Nikon 18-55 VRII bei 18mm Brennweite.

Ein eigenartiges Lichtschauspiel am Abend des 4. August 2017. Eigenartig deshalb, weil sich die Lichtstrahlen scheinbar am Horizont an einem Punkt vereinen, aber die Sonne zum Zeitpunkt der Aufnahme hinter mir untergegangen war. Die Berge sind schon im Dunkel der Schatten. Wie geht das? Alle Beobachter waren verwundert über den Strahlenkegel aber keiner der Beobachter hatte eine Erkärung dafür warum sich die Strahlen so verhalten würden. Der Meteorologe vom Landeswetterdienst Südtirol konnte das Phänomen gleich einordnen, sodass wir nun mit Gewissheit sagen können, dass es sich um Strahlenbüschel handelt. In diesem Fall ist die Sonne im Rücken und der Blick geht in Richtung Sonnengegenpunkt welcher sich bereits hinter dem Horizont befindet. Herzlichen Dank Günther.

Strahlenbüschel auf Wikipedia

 

Blick in unsere kosmische Nachbarschaft

Wenn man an einem warmen Sommerabend einen Blick in die Sommermilchstraße wirft so wird einem gleich klar: „Das sind Milliarden von Sternen“. Und die sind dann auch noch so weit entfernt von unserem Heimatplaneten. Von einigen Lichtjahren, bis einigen Tausend Lichtjahren sind die Gestirne entfernt. Sobald wir aber erfahren haben, dass die nächste Galaxie 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt ist, wird uns schnell klar, dass die Sterne die wir hier sehen Objekte in unserer unmittelbaren Umgebung sind. Alle Sterne die wir sehen sind übrigens alles Objekte unserer Milchstraße.

Die Aufnahme zeigt im unteren Bereich einen Teil des Sternbildes Adler, mit dem Hauptstern Atair, welcher als der hellste Stern auf dem Bild leicht zu finden ist. Die hellen Begleiter Alschain und Tarazed stehen neben Atair. Etwas oberhalb von Tarazed befindet sich in etwa 2000 LJ. Entfernung die Dunkelnebel Barnard 142, wegen seiner Form auch als E-Nebel bezeichnet und etwas darunter Barnard 143. Im oberen Teil des Bildes erkennt man das Sternbild Pfeil. Schon fast am oberen linken Bildrand kann man noch das Scheibchen des Messier Objekte M27, des Hantelnebels erkennen. Als verwaschener Fleck sieht man den offenen Sternhaufen M71 im Sternbild Pfeil.

Nachführung mit Tücken

Aufnahme mit Nikon D5500, AF Nikkor 50mm f/1.8D, Blende 2.8, am 26. Juni 2017.

Ein unbeabsichtigter Effekt hat sich eingeschlichen und am Ende als Glückstreffer erwiesen. Die Nachführung ist weitergerutscht, und hat sich dann doch eingelenkt und richtig nachgeführt. Sieht beinahe aus als würde ein Meteorstrom über das Firmament ziehen.  Zu sehen sind Antares, der hellste Stern auf dem Bild und weiter die Sterne des Sternbildes Skorpion, welches nicht sehr hoch über den spät abendlichen Horizont emporragt.