Kleine Helferlein für den Astrofotografen

Fleißig knipst der Astrofotograf über Stunden im Freien unter dem Sternenzelt. Ist die Arbeit im Feld erledigt, so geht es ins „digitale Fotolabor“, wo die Bilder zunächst auf dem Monitor in ihrer vollen Größe retuschiert und betrachtet werden können.

Aber…“in welcher Region sind die letzten Bilder gemacht worden? War es Adler oder doch im Sternbild Schwan, oder keines von Beiden“? Nicht immer sind die fotografierten Regionen wieder zu erkennen, vor allem dann nicht, wenn keine Notizen gemacht wurden. Sind keine markanten Referenz-Objekte auf dem Foto zu sehen sind, ist das Zuordnen des Himmelsausschnitts oft mit den besten Sternkarten nicht machbar. Helfen kann die Internetadresse nova.astrometry.net/ . Sobald das Bild auf dem Server hochgeladen ist,  werden vom Rechner die hellsten Sterne der Sternbilder ermittelt und im Foto eingezeichnet. Zudem werden Informationen über Rektaszension und Deklination angezeigt. Eine kleine Himmelskarte zeigt noch an, in welcher Region man sich befindet.

Die Seite hält einige Funktionen für den Benutzer bereit. Mit einem Klick auf den Link „view in Word Wide Telescope“ wird das Bild in die Online Sternkarte eingebettet. Zudem gibt es eine Möglichkeit das Bild Format Fits zu speichern. Die Informationen werden im Header der Datei gespeichert. Beachten Sie die Angaben zur Lizenz.

Einfach genial.

 

Aufnahme zwischen den Sternbildern Einhorn, Zwillinge, Orion und Stier. Keine leichte Aufgabe die Sterne den dazugehörigen Sternbildern zuzuordnen.
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Sonnenstrahlen nach Sonnenuntergang, aber wie geht das?

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Fotografiert mit Nikon D5500, Nikon 18-55 VRII bei 18mm Brennweite.

Ein eigenartiges Lichtschauspiel am Abend des 4. August 2017. Eigenartig deshalb, weil sich die Lichtstrahlen scheinbar am Horizont an einem Punkt vereinen, aber die Sonne zum Zeitpunkt der Aufnahme hinter mir untergegangen war. Die Berge sind schon im Dunkel der Schatten. Wie geht das? Alle Beobachter waren verwundert über den Strahlenkegel aber keiner der Beobachter hatte eine Erkärung dafür warum sich die Strahlen so verhalten würden. Der Meteorologe vom Landeswetterdienst Südtirol konnte das Phänomen gleich einordnen, sodass wir nun mit Gewissheit sagen können, dass es sich um Strahlenbüschel handelt. In diesem Fall ist die Sonne im Rücken und der Blick geht in Richtung Sonnengegenpunkt welcher sich bereits hinter dem Horizont befindet. Herzlichen Dank Günther.

Strahlenbüschel auf Wikipedia

 

Blick in unsere kosmische Nachbarschaft

Milchstraße. Aufnahme mit Nikon D5500, AF Nikkor 50mm f/1.8D, Blende 2.8, Belichtung 75,1 Sekunden, Nachführung auf Vixen GP.

Wenn man an einem warmen Sommerabend einen Blick in die Sommermilchstraße wirft so wird einem gleich klar: „Das sind Milliarden von Sternen“. Und die sind dann auch noch so weit entfernt von unserem Heimatplaneten. Von einigen Lichtjahren, bis einigen Tausend Lichtjahren sind die Gestirne entfernt. Sobald wir aber erfahren haben, dass die nächste Galaxie 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt ist, wird uns schnell klar, dass die Sterne die wir hier sehen Objekte in unserer unmittelbaren Umgebung sind. Alle Sterne die wir sehen sind übrigens alles Objekte unserer Milchstraße.

Die Aufnahme zeigt im unteren Bereich einen Teil des Sternbildes Adler, mit dem Hauptstern Atair, welcher als der hellste Stern auf dem Bild leicht zu finden ist. Die hellen Begleiter Alschain und Tarazed stehen neben Atair. Etwas oberhalb von Tarazed befindet sich in etwa 2000 LJ. Entfernung die Dunkelnebel Barnard 142, wegen seiner Form auch als E-Nebel bezeichnet und etwas darunter Barnard 143. Im oberen Teil des Bildes erkennt man das Sternbild Pfeil. Schon fast am oberen linken Bildrand kann man noch das Scheibchen des Messier Objekte M27, des Hantelnebels M erkennen. Als verwaschener Fleck sieht man den offenen Sternhaufen M71 im Sternbild Pfeil.

Nachführung mit Tücken

Aufnahme mit Nikon D5500, AF Nikkor 50mm f/1.8D, Blende 2.8, am 26. Juni 2017.

Ein unbeabsichtigter Effekt hat sich eingeschlichen und am Ende als Glückstreffer erwiesen. Die Nachführung ist weitergerutscht, und hat sich dann doch eingelenkt und richtig nachgeführt. Sieht beinahe aus als würde ein Meteorstrom über das Firmament ziehen.  Zu sehen sind Antares, der hellste Stern auf dem Bild und weiter die Sterne des Sternbildes Skorpion, welches nicht sehr hoch über den spät abendlichen Horizont emporragt.

Wasserstoffregion NGC 2264

Aufnahme vom 20.01.2017 mit Nikon D5500, 2 Bilder addiert 250 Sek. und 220 Sek. zusammengefügt in Lynkeos für Mac, ISO 3200, f8, 152 mm Öffnung.

Der im Sternbild Einhorn befindliche Wasserstoffnebel NGC 2264 ist etwa 2500 Lichtjahre entfernt. Ich war selbst erstaunt als ich den Bildausschnitt sah, da keine Spur von der „bekannten“ Region dieses Konusnebels zu sehen ist. Der Bildauschnitt zeigt einen Teil der Wasserstoffregion NGC2264. Deutlich zu sehen ist das bläulich leuchtende Zentrum und die Dunkelwolken. Im Zuge der Bildbearbeitung wurde das Blau noch leicht verstärkt. Der rötliche Teil der HII Region ist quasi unsichtbar. Dafür ist wohl der eingebaute Filter vor dem Chip verantwortlich, welcher die Empfinlichkeit im h-alpha Licht stark reduziert. Er sorgt bei Tageslicht für ausgewogene Farben, in der Astrofotografie ist aber der Durchlass in diesem Bereich interessant. Dennoch eine interessante Aufnahme. Hoffe sie gefällt.

Farbenspiele der Natur

Beim Aufräumen der Festplatte kamen wieder einige „fotografische“ Perlen zum Vorschein, die schon vor einiger Zeit aufgenommen wurden.  Eine davon ist die Mondsichel vom 14. November 2016, am frühen Abend um 16:46 nahe am Horizont.

Das zweite Bild zeigt Lang- und Plattkofel, die Seiser Alm und den Schlern. Nahezu zur selben Zeit war dieses Abendrot am Osthorizont. Es war ein klarer Herbstabend, der nicht nur kühl war, sondern schon kurz nach Sonnenuntergang die Natur in wunderbare Farben tauchte. Solche Farben gibt es, auch im Herbst, nur sehr selten.

Aufnahmen mit Nikon D50.

Nur noch für kurze Zeit zu sehen

Orionnebel, Messier 42
Orionnebel, Messier 42

Nach einbrechen der Dunkelheit kann der Orionnebel, M42, der hellste Nebel den wir auf der Nordhalbkugel sehen können, noch den ganzen März über beobachtet werden. Im Schwert, etwas unter den Gürtelsternen des Orion kann er durch absuchen der Region aufgefunden werden. Es empfiehlt sich ein Fernglas mit 50mm oder mehr Öffnung und schon kann es an einem dunklen Beobachtungsplatz los gehen. Etwas mehr zu sehen bekommt man mit einem Teleskop bei 50 bis 100 Vergrößerungen.

Das Bild ist nicht etwa eine Einzelaufnahme sondern ein Komposit. Es besteht aus drei Bildern, die mit diversen Belichtungszeiten aufgenommen wurden. So ist das Zentrum nur 8,5 Sekunden belichtet der mittlere Bereich 28,5 Sekunden und der Rest mit 127,4 Sekunden. Letzteres würde ohne die Anwendung dieses Verfahrens, das Zentrum zu hell darstellen. Zur Veranschaulichung die 3 Bilder nochmal i Rohzustand. ISO 1600, Brennweite f/8 152 mm Öffnung, Addiert mit Lynkeos und retuschiert mit Lightroom.

Bildschirmfoto 2017-03-02 um 08.24.26.png